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KOPF HERZ HAND

Schulentfremdeten Jugendlichen Vertrauen schenken.

Liebe Besucherinnen, liebe Besucher,

2008 haben wir uns aus der Pestalozzischule Friedrichshafen heraus auf den Weg gemacht, ein Konzept für jugendliche Schulverweigerer/Schulvermeider zu entwickeln. Unser Antrieb war die Frage: Was machen wir mit Jugendlichen, die den Rahmen der schulischen Möglichkeiten sprengen?

Daraus hat sich Kopf Herz Hand entwickelt. Anfangs gab es eine spezielle Klasse als „Sammelbecken“ für die Problemfälle, dann wurde diese aus der Schule ausgelagert. Personal aus anderen Professionen kam dazu. Wir benötigten Supervision, Teamfindung und eine tragfähige Finanzierung. Was zu Anfang noch Schule war, wurde bedarfsmäßig mehr und mehr eine Mischform aus Schule und Jugendhilfe – und ist heute Kopf Herz Hand:

Ein Ort, an dem Jugendliche SEIN dürfen, ernst genommen
und ihren Möglichkeiten entsprechend gefördert werden.

Ein Konzept, an dem wir bis heute unermüdlich feilen und für das wir immer noch brennen. Gefordert werden täglich: Respekt, Gemeinschaft und Ziele – wichtige Orientierungspunkte für unsere „Schäfchen“ auf deren Weg ins erwachsenere Leben! Für uns ist es eine Aufgabe, die uns täglich herausfordert und in ihrer Vielschichtigkeit immer wieder aufs Neue überrascht und berührt. Wir wünschen viel Spaß bei der Lektüre unserer Website, mit der wir Ihnen unsere Arbeit vorstellen möchten.

An dieser Stelle sei allen Unterstützern ein herzliches Dankeschön ausgesprochen, angefangen vom Schulamt Markdorf über Stadt, Kreis, Land, Siloah-Stiftung, unzählig vielen Netzwerkpartnern und engagierten Menschen, ohne die wir es sicher nicht bis hierher geschafft hätten!

Ihr Kopf Herz Hand-Team

Das Team von »Kopf Herz Hand«
(von links nach rechts)

Jens Weigand
Lehrer

Catrin Schröder-Pohl
Dipl. Soz.-Pädagogin

Claudio Morgenstern
Heilpädagoge

Antje Strathmann-Cissè
Kunsttherapeutin

Die Ausgangslage

Der Einstieg in die Gesellschaft, in Ausbildung und Arbeit gelingt nicht allen jungen Menschen. Schulentfremdung und Schulverweigerung werden ein immer wichtigeres Thema. Ein Teil dieser Jugendlichen wird von etablierten Unterstützungssystemen nicht erreicht.
Kopf Herz Hand ist eine erprobte und erfolgreiche Antwort hierauf.

Schulentfremdete Jugendliche in schwierigen Lebenssituationen

Immer mehr Kinder und Jugendliche fallen durch das Raster unseres Bildungssystems. Sie haben der Schule den Rücken gekehrt, sind ohne Zugang zum Arbeitsmarkt und können in gängigen maßnahmeorientierten Angeboten der Berufsvorbereitung nicht aufgefangen werden. Oft befinden sie sich in prekären und sozial äußerst unsicheren Verhältnissen. Zudem entziehen sie sich häufig auch dem Zugriff und Einfluss von Erziehungsberechtigten. Unbeschulbar flüchten sie in Parallelwelten und sind für die Gesellschaft nicht mehr greifbar.

Die Geschichten dieser jungen Menschen sind unterschiedlich. Sie beinhalten soziale Ausgrenzung (Mobbing u.a.), Versagensängste, häufiger Wohnortwechsel, individuelle Beeinträchtigungen (psychosomatische Störungen etc.) und anderes. Oftmals fehlen zudem orientierungsgebende „Normallebensläufe“ in ihrem Umfeld. Jugendliche bringen ungleiche Voraussetzungen mit und sind unterschiedlich. Ob hier nun das gängige Bildungssystem nicht mehr zum Jugendlichen oder der Jugendliche nicht mehr zum Bildungssystem passt, ist letztlich weder zu klären noch von Belang. Unter gesamtgesellschaftlicher Sichtweise ist es jedenfalls nicht zulässig, dass diese Jugendlichen ausgegrenzt werden oder sich selbst ausgrenzen. Sie brauchen die gesellschaftliche Anbindung und die Gesellschaft braucht das zu verkümmern drohende Potenzial der Einzelnen.

Lösungsansatz entwickelt

Kopf Herz Hand bietet als Kombination aus Schule und Jugendhilfe ein neuartiges Unterstützungsangebot für unsere Jugendlichen. Seit 2008 befinden wir uns im stetigen Prozess der Weiterentwicklung und haben uns hier im Sozialraum gut etabliert. Wir docken direkt an der Lebenssituation der Jugendlichen an. Im Vordergrund steht bei diesem Ansatz nicht der Jugendliche in seiner Rolle als Schüler. Es wird auf den jungen Menschen in seiner Gesamtsituation eingegangen. Oft ist dieser nicht nur der Schule und des Lernens, sondern jeglicher Tagesstruktur entfremdet. Jugendliche in schwierigen Lebenssituationen finden hier eine zentrale Anlaufstelle. Die Mitarbeitenden der Einrichtung setzen am spezifischen Bedarf des Einzelnen an. Sie nehmen die jungen Menschen zuerst ernst und dann mit in eine neue Lebensweggestaltung. Der Name des Modells lautet „Kopf Herz Hand“. Der von Johann Heinrich Pestalozzi bereits vor mehr als 200 Jahren entwickelte Ansatz, junge Menschen ganzheitlich zu unterstützen, wird hier umgesetzt. Denken, Erfahren, Empfinden und Handeln ergänzen sich in der Praxis.

Erfolgreiche Erprobung

Kopf Herz Hand ist mittlerweile erwachsen geworden. Wir haben Erfahrungen gemacht und diese ausgewertet. Die Arbeit, so wie sie heute besteht, ist das Ergebnis stetiger Weiterentwicklung. Wir haben herausgefunden, was es braucht und möchten dieses Wissen weitergeben. Zu diesem Zweck haben wir ein Handbuch entwickelt, welches unsere Erfahrungen gesammelt darstellt. Falls Interesse besteht, nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf!

Angestrebte Verbreitung in andere Regionen

In den ersten Jahren wurde Kopf Herz Hand zum Großteil über den Europäischen Sozialfond finanziert. Durch das zur Verfügung stellen einer Lehrerstelle war und ist das Kultusministerium mit eingebunden. Inzwischen ist die erfolgreiche Arbeit in Friedrichshafen durch Zuschüsse von Stadt und Landkreis gesichert. Weitere finanzielle Mittel, z.B. durch die Waisenhausstiftung Siloah, Isny im Allgäu, wurden verwendet, um die positiven Projekterfahrungen in eine stimmige Konzeption mit Handlungsleitfaden zu fassen.

Die Übertragbarkeit auf andere Städte und Landkreise soll hiermit ermöglicht werden. Eine Verbreitung in andere Regionen ist wünschenswert, sieht man auf die Erfolge dieses innovativen Konzeptes.

Aufgaben und Ziele

Aufgabe und Ziel ist die Reintegration von Schulverweigerern mit multiplen Problemlagen in das Schulsystem und/oder in den Arbeitsmarkt. Damit soll schließlich auch gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht werden.

Der Weg...

Der Weg dorthin führt über folgende Etappen bzw. Teilziele:

  • Herstellung des Zugangs zur schwer erreichbaren Zielgruppe
  • Aufbau einer psychosozial stabilisierenden Tagesstruktur
  • Entwicklung von gesellschaftlich akzeptablem Verhalten
  • Aufbau der Lernmotivation / Erlangung von Lernkompetenz
  • Förderung der Berufswahlkompetenz (individuell und geschlechterspezifisch)

Dieser wird durch einen Mix von Angeboten beschritten. Das pädagogische Konzept ist im Teil „Herz“ des Handbuches beschrieben.

Die Zielerreichung...

Die Zielerreichung wird mittels eines eigens entwickelten Stufenmodells überprüft. Die Stufen sind vergleichbar mit den farbigen Gürteln im Kampfsport. Der Weg von der ersten Stufe „nimmt an den Angeboten teil“ bzw. „kommt regelmäßig“ bis zu den letzten Stufen „erfolgreicher Schulabschluss“ und „Ausbildungsfähigkeit“ ist für die Jugendlichen unterschiedlich weit und schwierig. Das Unterstützungsangebot ist daher individuell auf die jeweiligen Bedarfe und Ressourcen des Einzelnen abgestimmt. Die Zielsetzungen werden gemeinsam mit den Jugendlichen wöchentlich evaluiert und fortgeschrieben.

Hand in Hand...

Als  interdisziplinäres Team arbeiten wir Hand in Hand. Wir besuchen die Jugendlichen in ihren Lebenswelten, laden sie ein, in die „externe Schule“ zu kommen, bauen Vertrauen auf, beziehen die Lebenswelt der Jugendlichen mit ein und holen sie so „step-by- step“ zurück in die Gesellschaft.

Oft kommen die jungen Menschen zunächst nur sporadisch, lassen sich dann nach und nach auf die neue halt- und sinngebende Tagesstruktur ein und werden irgendwann zum verbindlichen Gruppenmitglied. Zeiten des Gemeinschaftserlebens (gemeinsame Mahlzeiten und Besprechungen) wechseln sich ab mit pädagogischen und therapeutischen (Einzel)-Maßnahmen und Lern- bzw. Arbeitssequenzen.

Die Kopf Herz Hand-Gruppe bietet sozusagen das tägliche Trainingsfeld. Die jungen Menschen erleben gesundes Beziehungsverhalten und üben dieses ein. Sie gewinnen neues und realistisches Selbstbewusstsein. Positive Lebensperspektiven können sich nach und nach entwickeln. Eltern bzw. Bezugspersonen werden vom Mitarbeiterteam eng mit eingebunden. Auch andere Unterstützungssysteme wie psychiatrische und psychologische Dienste, Streetworker und Jugendamt sind wichtige Partner dieser oft langwierigen aber lohnenden Prozesse.

Unser Angebot

»Kopf Herz Hand« ist ein komplexes Angebot, das im weiteren Verlauf detailliert beschrieben wird.

Das bieten wir...
  • offene Tür und offenes Ohr von Montag bis Freitag
  • individuelle Lernförderung
  • handwerklich-künstlerische Angebote
  • Freizeit- und Sportangebote
  • Einzeltermine
  • aufsuchende Arbeit
  • gemeinsame Mahlzeiten
  • regelmäßige Feedback-Gespräche
  • Eltern- und Netzwerkarbeit
  • Eltern-Coaching
  • Nachbetreuung
  • „Kurze Wege“; schneller und unkomplizierter Einstieg
Für wen wir da sind...

Jugendliche

  • ohne Tagesstruktur
  • ohne Schulplatz
  • ohne Abschluss
  • ohne Perspektive
  • mit Problemen in der Familie
  • und darüber hinaus
Konkret erleben die Jugendlichen...
  • positive Beziehungen
  • neue Perspektiven und Ziele
  • Verbesserung ihres Durchhaltevermögens
  • Einhaltung von Regeln
  • Steigerung der Konflikt- und Kritikfähigkeit
  • Abnahme von Versagensängsten
  • Entwicklung von Leistungsbereitschaft
Das Ziel ist...
  • Erlangung einer Tagesstruktur
  • Stärkung der Lebenstauglichkeit
  • Eigenverantwortung
  • Wiedereingliederung in das Regelschulsystem
  • Hauptschulabschluss
  • Übergang in die Ausbildung
  • Eingliederung in die Arbeitswelt

„Das Tolle bei Kopf Herz Hand ist, dass die Mitarbeiter zunächst verstehen wollen, um dann helfen zu können wenn es richtig schwer wird.“

„Ich fühle mich erstmals wirklich geschätzt und umsorgt.“

„Wenn ich Stress habe, kann ich mir eine Auszeit nehmen und mal raus gehen. Diese Möglichkeit gibt es so an der Regelschule nicht.“

"Auch wenn die Lehrer an der Regelschule wussten, dass ich Stress habe, interessierte sie es nicht. Dabei kann man sich doch gar nicht auf Schule konzentrieren, wenn man problembeladen ist.“

Kontakt zu Kopf Herz Hand

Zum Datenschutz

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Ein großes Dankeschön an unsere Unterstützer

Unser Förderverein

Der Jes e.V. ist ein gemeinnütziger Verein mit Anerkennung als freier Träger der Jugendhilfe.
Der Verein wurde 2005 mit dem Zweck gegründet, schulnahe Projekte und Einrichtungen zu fördern.
Im Laufe der Jahre war der Jes e.V. Träger mehrerer Projekte im Bereich der Erlebnispädagogik und der Berufsorientierung.
Derzeit beschränkt sich der Verein auf die Trägerschaft der Einrichtung „Kopf Herz Hand“, einer Mischform aus Schule und Jugendhilfe.

Wenn Sie unser Arbeit durch eine Spende unterstützen möchten, können Sie dies gerne über folgendes Spendenkonto tun:
Förderverein für Jugend, Erlebnisse, Schule (Jes) e.V.
DE31 6509 2200 0032 6860 05
GENODES1VAH
Vielen Dank! Ihr Beitrag für unsere Arbeit ist eine wichtige Investition in die Zukunft.

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